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Tagebau  und Werkbahn   im  Maßstab  1 :32

Zugegeben es ist kein einfaches Thema, welches man an ein paar Bastelabenden  für sich realisieren kann. Umfangreiche Kenntnisse des Vorbildes ,verbunden mit vielen Reisen (leider gibt es in der Nähe von Heilbronn keine Tagebau-Grube) sind schon nötig, um sich ein gewisses Bild zu machen, was es da alles gibt.
Meine Vorbildlandschaften befinden sich in der Lausitz sowie in Tschechien in der Karlsbader Gegend. Bei der  Werksbahn im Modellmaßstab habe ich mich  für die regelspurige Ausführung entschieden, obwohl bis vor kurzem bei der Vorbildbahn auch die Schmalspur noch im Einsatz war und einen gewissen Reiz bietet auch aus historischer Sicht. Leider ist für die 900 mm -Bergwerksbahn ein kompletter Selbstbau erforderlich, auch was Gleisbau anbelangt.
Die Regelspur hat den Vorteil, dass man  einige Produkte der großen Modellbahnhersteller für seine   Modellanlage verwenden kann. Die Erz-3d-Wagen eignen sich z.B. als Kohlewagen mit entsprechender Beschriftung der Bergbaubetriebe. Da man sein Thema meistens in der Epoche 3 ansiedelt, steht dem Einsatz von Dampfloks nichts im Wege, z.B. die BR 80 / 81 im schweren Verschub, auch in Doppeltraktion sowie im Hilfsfahrbetrieb, eine Henschel-Diesellok kann dort ebenfalls eingesetzt werden.
Für den Dieselbetrieb könnte weiter eine umlackierte V 100 , eine V 90 oder eine MAK-Drehgestelldiesellok verwendet werden, die letzten beiden gibt es leider nicht zu kaufen.
Grundsätzlich muss man jedoch sagen, dass beim Tagebau bei der Zugförderung von schweren Ganzzügen der elektrische Betrieb vorherrscht. Die großen Betriebe haben da ihre Standard - EL-Loks z. B. die El 2 des ostdeutschen Bergbaues. Von den Modellbahnherstellern wird für diese Belange nichts angeboten. Ebenso fehlen für den Abraumbereich entsprechende Einseiten-Kippwagen. Hier muss man sich selbst helfen. Radsätze und Drehgestelle der Modellbahnhersteller können die Arbeit etwas erleichtern, sofern sie passen.
Bei den Geräten zur Abraum und Kohlebaggerung  muss man sich mit dem großen Bereich des Funktionsmodellbaues auseinandersetzen. Unsere Geräte sollen ja auch wie beim Vorbild funktionieren. Leider gibt es für den „Normalmodellbauer“ hier Grenzen aus technischer Sicht.
Ein einfacher Löffel-Seilbagger dürfte jedoch auch am Küchentisch machbar sein, sieht man von einem akribischen Nachbau eines Vorbildes ab. Hilfreich sind in jedem Fall auch Plastikmodelle aus dem HO-Bereich, auf Maßstab 1:32 entsprechend vergrößert. Getriebemotoren, Seilwinden und Raupenketten findet man in großer Auswahl im Conradkatalog oder bei anderen  Modellbaulieferanten. (Graupner, Robbe usw.)
 
Die Anlage , Baubeginn 2003
Beschreibung des Anlagenteils „Braunkohle-Tagebau LAUBAG“

Vorbild: Tagebau Cottbus Nord der ehem. LAUBAG in der Lausitz.
Besonderheiten: Letzter Tagebau in Deutschland wo es noch Direktbeladung des Zuges am Bagger in der Grube gibt für Kohle und zeitweise auch für Abraum.Die geförderte Kohle wird an das Kraftwerk Jäntschwalde geliefert welches sich in einer Entfernung von etwa 5 km befindet.
An Grossgeräten gibt es dort Schaufelradbagger,Bandwagen, Eimerkettenbagger zum Teil angeschlossen an eine Förderbrücke.An zwei Aussichtspunkten können die Betriebsabläufe
gut verfolgt werden. Schöne Webseite zu diesem Thema: www.ostkohle.de

Modellanlage:

Die Grube mit dem Bagger wurde in den Bogen des Ovals der Spur 1 -Anlage eingebaut.
Hauptsächlicher Werkstoff der Geländeteile ist Hartschaum aufgebaut auf Untergestellen aus Holz und Stahl.
Geräte / Fahrzeuge:
Es stehen zur Verfügung : ein Portal-Schaufelradbagger zur Zugbeladung welcher auf Schienen
fährt, wobei der Zug den Bagger zur Beladung unterfährt sowie eine 3-teilige Werkbahn – Ellok vom Typ KEL 3.
Es ist eine AEG-Lok , gebaut in den 40 ern des letzen Jahrhunderts, deswegen die Bezeichnung
KEL = Kriegs-Ellok.Einige verblieben auf dem Gebiet der DDR und fuhren dort bis ca. 1988
im Kombinat Geiseltal.Ausserdem wurden die Loks in den 50er Jahren von Betrieben der
DDR nachgebaut und innerhalb des Ostblocks exportiert , z.B. nach China, Tschechoslowakei und
Sowjetunion.
In Tschechien und China sind die Fahrzeuge heute noch unterwegs, teilweise nachgerüstet mit
moderner Technik. Die Achslast ist mit 25 Tonnen allerdings sehr hoch (bergbauüblich).
Vorteil der 3-teiligen Bauweise ist die leichte Aufgleisbarkeit , da im Tagebau bei schlechter
Gleislage doch mal eine Achse aus den Schienen sprang.
3 Abraumwagen welche man auch als Einseitenkastenkipper bezeichnet dienen zum Transport des Schüttgutes. Die Wagen können immer nur nach einer Seite ihre Ladung abkippen.
Ausserdem gibt es versch. Güterwagen für internen Einsatz, eine Reserve-Diesellok vom Typ Henschel sowie eine Absetzanlage mit Zuführ-Förderband und einem schwenkbarem Abwurfband.
Die Förderbänder des Baggers und des Absetzers bestehen aus aufgeschnittenen und verklebten Fahrradschläuchen . Die Gleislänge misst etwa 6 Meter und 3 Weichen sind eingebaut.
Eine funktionsfähige Oberleitung für die Ellok wird wohl erst 2010 fertig sein.
Der Bagger kann mit Hilfe von 6 Getriebemotoren und eines Joysticks in allen Richtungen
bewegt werden. Moderne Digitaltechnik gibt es aber, wie beimVorbild, hier nicht.

Betriebsablauf:
Der Bagger belädt zwei Abraumwagen mit Feinkies welcher den Abraum darstellen soll.
Sind die Wagen nach ca. 10 Minuten voll, geht die Fahrt über die Grubenausfahrt hinauf in den Grubenbahnhof.
Nach kurzem Halt und Umlegen einer Weiche geht die Fahrt mit geschobenen Wagen in eine Steigungsstrecke vorbei am Stellwerk sowie an den Tagesanlagen der Laubag über eine Hängebrücke zur Abkippstelle, wo der Kies entladen wird.Während eines Betriebstages werden
ca. 80 kg Material umgesetzt. Wegen beengter Platzverhältnisse können nur 2 Wagen be-und entladen werden.
Befindet sich genügend Material an der Entladestelle kann man es mit Hilfe des Absetzers und den Förderbändern wieder in die Grube zurück transportieren und erneut abbaggern (Spielbetrieb). Beim Vorbild würde man das Material in ausgekohlten Bereichen der Grube verstürzen um neues Land zur Rekultivierung zu gewinnen.

 

 

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© werkbahn.net - 06. März 2010